30. Juni 2021

Die Bedeutung der Nachhaltigkeit für zukunftsfähiges Wirtschaften

Nachhaltigkeit ist ein vielbeschriebener und vieldiskutierter Begriff. Dennoch scheint nicht immer klar, was er eigentlich genau meint. Nicht selten wird seine Bedeutung für wirtschaftliches Handeln unzureichend bewertet.

Damit werden Chancen vertan: Chancen für zukunftsfähiges Wirtschaften, Chancen für uns alle und für kommende Generationen. Nachhaltigkeit zu verstehen, ist daher essentiell.

Nachhaltigkeit – der ursprüngliche Gedanke

Der ursprüngliche Nachhaltigkeitsgedanke wurde bereits 1713 durch den sächsischen Oberberghauptmann von Carlowitz in forstwirtschaftlichen Schriften formuliert. Eine drohende Rohstoffkrise warf für ihn die Frage auf, wie für den Bau von Silberminen dauerhaft ausreichend Holz zur Verfügung stehen kann. Sein Ansatz: Es darf nur so viel Holz geschlagen werden, wie durch planmäßige Aufforstung, Säen und Pflanzen nachwachsen kann.

Mit anderen Worten: Es ist nachhaltig, natürliche Grundlagen zu erhalten und so Wirtschaft voranzubringen und Wohlstand zu generieren.

Nachhaltigkeit – Verantwortung für kommende Generationen

1972 fordert Dennis Meadows in seinem Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ für den „Club of Rome“ ein „nachhaltigen Weltsystem, welches, in sich selbst aufrechterhaltbar („sustainable”) sein soll, um für künftige Generationen tragbar zu werden.”

Der Gedanke, dass Entwicklung generationsübergreifend erfolgen soll, wurde 1987 im Brundlandt-Report für die Vereinten Nationen bestätigt. Der Bericht enthält zudem eine richtungsweisende Definition von Nachhaltigkeit, welche in spätere internationale Abkommen übernommen wurde. Demnach ist Entwicklung nachhaltig, wenn sie „die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“

Der Weltgipfel der Vereinten Nationen 1992 in Rio de Janeiro formulierte die Agenda 21 als globales Leitbild für eine nachhaltige Entwicklung. Dies führte dazu, dass das Thema Nachhaltigkeit Eingang in politische und gesellschaftliche Diskurse fand.

Protestplakat One World

Nachhaltigkeit – Ökologie, Soziales und Ökonomie

Als Ergebnis dieses Diskurses bildete sich ein weites Spektrum an Ansätzen, welche das heutige Nachhaltigkeitsverständnis prägen.

Einen wichtigen integrierten Ansatz beschreibt das Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit mit den Bereichen Ökologie, Soziales und Ökonomie als gleichberechtige Elemente.

Vereinfacht dargestellt geht es im Bereich Ökologie darum, die Umwelt und natürliche Ressourcen nicht übermässig zu belasten, sondern vielmehr zu schonen.

In sozialer Hinsicht stehen die Menschenwürde und freie Entfaltung des Menschen im Vordergrund.

Die ökologische Dimension stellt auf gutes Wirtschaften ab. Gewinnmaximierung soll nicht das einzige Ziel von Wirtschaft sein. Vielmehr sollen durch langfristige Strategien, die dem Menschen und der Umwelt dienen, langfristige Gewinne erwirtschaftet werden. Ein bekanntes Beispiel dafür ist der Faire Handel.

Das Drei-Säulen-Modell wurde 1994 von dem britischen Berater John Elkington für Unternehmen in Anlehnung an den Gedanken der Corporate Social Responsibility, also unternehmerische Verantwortung in sozialer und ökologischer Hinsicht, als „Triple Bottom Line“ spezifiziert.

Der englische Ausdruck „Bottom Line“ bezieht sich auf das Ergebnis unter dem Schlussstrich der Gewinn-und-Verlust-Rechnung. Nach Elkington’s Ansatz werden dort die ökologische und die soziale Dimension ergänzt.

Wenn Unternehmen diese Dimensionen in ihrem Kerngeschäft verankern, erbringen sie “unter dem Strich” öko-soziale Leistungen und tragen zu nachhaltiger Entwicklung bei.

Nachhaltigkeitsziele – die besondere Verantwortung der Wirtschaft

Die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals) geben eine wichtige Orientierung zur Bewältigung der globalen Herausforderungen bis 2030.

Die Erde und die natürlichen Lebensgrundlagen aller Lebewesen sollen bewahrt werden. Generationsübergreifend sollen die Würde und Wohl der Menschen sichergestellt werden.

Die 17 Ziele und 169 Unterziele beinhalten ökologische, soziale und ökonomische Aspekte.

Sie richten sich an alle Nationen und alle Akteure.

Nicht-staatliche Akteure wie die Wirtschaft spielen eine besondere Rolle: Wirtschaft soll zu nachhaltigem Wirtschaften umgestaltet werden. Ziel 8 fordert zum Beispiel menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum. In Ziel 12 wird auf nachhaltigen Konsum und Produktion abgestellt.

Nachhaltigkeit – Schutz der planetaren Grenzen und biologischer Vielfalt

2009 wurden durch verschiedene Wissenschaftler die sog. planetare Grenzen definiert. Diese bestimmen die Belastbarkeit der Erde. Dazu zählen zum Beispiel die Artenvielfalt, Klimawandel oder die Ozeanversauerung.

Werden diese Grenzen überschritten, besteht das Risiko irreversibler Schäden für die Umwelt und damit die Lebensgrundlagen des Menschen, insbesondere zukünftiger Generationen.

Biodiversität oder biologische Vielfalt bezieht sich, anders als oft angenommen, nicht allein auf Artenvielfalt. Biodiversität meint vielmehr auch genetische Vielfalt und die Vielfalt von Ökosystemen.

Ökosysteme sind Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen. Sie liefern beispielsweise Nahrungsmittel, Trinkwasser, Energie oder Baumaterialien. Sie sorgen für die Regulation des Klimas, bilden Böden und vieles mehr.

Werden Ökosysteme zerstört, verschwinden Nährstoffkreisläufe, also Lebensgrundlagen für alle Lebewesen und Pflanzen.

Das heutige Wirtschaften wird oft erst durch den Verbrauch natürlicher Ressourcen ermöglicht und ist mit dem Eingriff in Ökosysteme verbunden. Insofern spielen Unternehmen eine entscheidende Rolle bei der Erhaltung von Biodiversität und der Sicherung planetarer Grenzen. Hier zeigt sich die Verzahnung von Ökologie, Sozialem und Ökonomie. Nachhaltiges Wirtschaften bringt diese Aspekte in Ausgleich.

Kreislaufwirtschaft – Natur als Vorbild für Nachhaltigkeit

Wie ein solcher Ausgleich gelingen kann, beschreibt die Kreislaufwirtschaft. Sie ist ein wichtiger Ansatz zur Umsetzung von Nachhaltigkeit.

Das heutige Wirtschaftssystem verfolgt einen linearen Ansatz und zielt auf „Nutzen und Wegwerfen“ ab. Produkte haben oft einen nur begrenzten Lebenszyklus.

Die Kreislaufwirtschaft hebt dieses lineare Denken auf. Sie orientiert sich an natürlichen Prozessen: Tote biologische Masse wird zersetzt und gelangt zurück in Nährstoffkreisläufe, so dass neues Leben entstehen kann. Die Natur kennt dabei keinen Abfall.

Übertragen auf wirtschaftliches Handeln bedeutet dies, dass der Lebenszyklus von Materialien und Produkten so weit wie möglich verlängert und so wenig Abfall wie möglich entsteht. Dies geschieht durch Wiederverwendung, Reparatur, Aufarbeitung oder auch Recycling.

Verantwortung leben – Enkeltauglichkeit und Generationengerechtigkeit

Der deutsche “Rat für nachhaltige Entwicklung“ hat 2011 festgestellt, dass „zukunftsfähig Wirtschaften bedeutet, dass wir unseren Kindern und Enkelkindern ein intaktes ökologisches, soziales und ökonomisches Gefüge hinterlassen müssen.” – UNO INO wird getragen von diesem Gedanken der „Enkeltauglichkeit”.

Das Bundesverfassungsgericht hat kürzlich bestätigt, dass die Verantwortung der aktuellen Generation von dieser wahrgenommen werden muss und nicht auf zukünftige Generationen abgeladen werden darf. – Wir von UNO INO sehen uns aus Überzeugung in der Verantwortung, generationengerecht zu handeln. Nachhaltigkeit wird als Haltungsprinzip verstanden und als Handlungsprinzip umgesetzt.

Gegensatzdenken auflösen – zukunftsfähig machen

UNO INO berät Unternehmen und Organisationen zu nachhaltiger Transformation aus der Überzeugung, dass Wirtschaften nur dann zukunftsfähig und langfristig erfolgreich sein kann, wenn es nachhaltig erfolgt.

Wichtiges Element der ganzheitlichen Beratung ist das Auflösen des Gegensatzdenkens, dass Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit sich ausschließen. Vielmehr wird Unternehmen demonstriert, dass nachhaltiges Handeln Mehrwert auf allen Ebenen schafft.

Dieser Mehrwert entsteht durch den Ausgleich der drei Nachhaltigkeitsdimensionen Ökologie (Environment), Soziales (Social) und Ökonomie im Sinne von verantwortungsvoller Unternehmensführung (Governance).

Mehr noch: Nachhaltigkeit wird als Pluszeichen verstanden. Das bedeutet, dass auch zunächst gegensätzliche Themen wie Umweltschutz und Profit, Regulatorik und Purpose sowie Digitalisierung und Nachhaltigkeit innovativ verbunden und Unternehmen so zukunftsfähig gemacht werden.

Nachhaltigkeit wird dabei so verstanden, dass Dinge nicht zwingend neu gemacht werden müssen. Im Gegenteil, Nachhaltigkeit in der Praxis kann auch bedeuten, dass Sachen zukünftig weggelassen werden.

Nachhaltigkeit – Mehrwert für Unternehmen

Um den konkreten Mehrwert für ein Unternehmen zu verdeutlichen, möchten hier Beispiele aus der Praxis geben:

Vielen jungen Menschen sind Themen wie Nachhaltigkeit und Purpose mittlerweile sehr wichtig. Als nachhaltig agierendes Unternehmen bestehen daher gute Chancen, langfristig motivierte und engagierte Mitarbeiter zu finden. Beispielsweise tragen aber auch ein gesteigertes Wohlbefinden der Mitarbeiter durch verbesserte Arbeitsbedingungen oder faire Bezahlung zu einem guten Arbeitsklima und so zu mehr Zufriedenheit und Produktivität insgesamt bei.

Nachhaltigkeitsberichte schaffen Transparenz und somit mehr Glaubwürdigkeit gegenüber Kunden, Partnern aber auch Mitarbeitern. Gleichzeitig bieten sie die Chance, Wachstumsmärkte für die Zukunft zu erkennen.

In finanzieller Hinsicht lohnt sich langfristig z. B. ein nachhaltiges Wasser- sowie Energiemanagement, da so Kosten erheblich gesenkt werden können.

Nachhaltigkeit – im Kern verankern

Der ehemalige Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, hatte Unternehmen dazu aufgerufen, im Rahmen ihres Kerngeschäfts einen Beitrag zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele zu leisten.

Wir von UNO INO gehen einen Schritt weiter und richten Unternehmen darauf aus, Nachhaltigkeit nicht nur im Kerngeschäft, sondern auch in den Kernwerten zu verankern. Die Verankerung kann nur erfolgreich sein, wenn alle wichtigen Interessengruppen (zum Beispiel Management, Mitarbeiter) dauerhaft einbezogen werden.

Als praxisnahe Methoden bieten sich dafür beispielsweise die gemeinsame Entwicklung und Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie an. Kommunikation, die faktisch und verständlich gestaltet ist, schafft in diesem Zusammenhang Mehrwert für alle. Unsere Erfahrung zeigt, dass das Gefühl Transformation gemeinsam zu leben, ein Motor für Erfolg sein kann.

Die Handlungsfelder der ganzheitlichen Beratung umfassen insbesondere die Nachhaltigkeitsstrategie, Nachhaltigkeitsberichterstattung, CO2-Klimamangement und
-Reduktion, nachhaltiges Personalmanagement, nachhaltige Unternehmenskultur sowie interne und externe Nachhaltigkeitskommunikation.

Nachhaltigkeit schaffen – Mindset, Machen, Messen

UNO INO ist der Auffassung, dass nachhaltige und glaubhafte Transformation nur aus innerer Überzeugung entstehen kann. Daher wird im Rahmen der Beratung zunächst ein echtes Nachhaltigkeitsverständnis (Mindset) geschaffen. Danach geht es an die eigentliche Arbeit: Identifikation des Status Quo, Definition der Nachhaltigkeitsziele, Übersetzung der SGDs und Rollenklärung im Rahmen der Strategieentwicklung und anschließend die operative Umsetzung. Da Umsetzungsprozesse Lernprozesse sind, raten wir, Schritt für Schritt zu gehen und im Tun zu lernen und so zu wachsen. Begleitet wird dieser Prozess durch Messung und Evaluierung der Umsetzungserfolge. Oft ist ein Nachjustieren erforderlich. Nicht weil Fehler passiert sind, sondern weil Nachhaltigkeit ein dynamischer Prozess ist.

Nachhaltigkeit schreibt der Wirtschaft eine besondere Rolle zu. Daraus ergibt sich für jedes einzelne Unternehmen eine Verantwortung.

Durch nachhaltiges Wirtschaften erzeugen Unternehmen nicht nur Mehrwert für sich selbst, sondern schaffen auch die Basis für den Erhalt von Lebensgrundlagen und Wohlstand aller.

Nachhaltigkeit zu verstehen, ist daher essentiell.

Wir haben haben dies verstanden und stellen uns als Beratungsunternehmen der Herausforderung und beschreiten innovative Wege, um komplexe Theorien zur Nachhaltigkeit mit Leben zu füllen und zukunftsfähiges Wirtschaften zu gestalten.

Nachhaltigkeit bedeutet Chance auf zukunftsfähiges Wirtschaften!

Für uns alle, für kommende Generationen!