Kurzzusammenfassung:
Einführung in das 10-R-Modell der Kreislaufwirtschaft
Definition und Bedeutung der Kreislaufwirtschaft
Verbindung zur Linearwirtschaft und planetaren Grenzen
Anwendung im produzierenden Gewerbe und Bauwesen
Verknüpfung des Modells mit Dekarbonisierungsmaßnahmen
Tipps zur erfolgreichen Implementierung

Die industrielle Welt von heute steht vor einem Wendepunkt. Unternehmen und Branchen sind aufgefordert, die höchstmögliche Ressourceneffizienz zu erzielen, um sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch nachhaltiger zu werden. Hier kommt das 10-R-Modell der Kreislaufwirtschaft ins Spiel. Doch bevor wir uns tiefer hineinarbeiten, lassen Sie uns den Elefanten im Raum kurz vorstellen:
Was ist das 10-R-Modell eigentlich? Und wie unterscheidet sich die Kreislaufwirtschaft von der Linearwirtschaft?

Von der Linear- zur Kreislaufwirtschaft

Linearwirtschaft
In der traditionellen Linearwirtschaft folgen wir einem „Take-Make-Dispose“-Modell. Ressourcen werden entnommen (Take), in Produkte umgewandelt (Make), und nach ihrer Nutzungsdauer entsorgt (Dispose). Dies führt zu enormen Mengen an Abfall und einem ständigen Verbrauch begrenzter Ressourcen, was die planetaren Grenzen überschreitet und die Umwelt massiv belastet.

Kreislaufwirtschaft
Die Kreislaufwirtschaft entwirft dieses Modell neu und strebt danach, die Lebensdauer von Produkten zu verlängern und Abfälle auf ein Minimum zu reduzieren. Kernziel ist es, Materialkreisläufe zu schließen, indem Materialien und Produkte so lange wie möglich im Nutzungskreislauf gehalten werden. Dadurch wird der Ressourcenverbrauch und die Abfallerzeugung signifikant reduziert, was uns dabei hilft, innerhalb der planetaren Grenzen zu bleiben; sprich: die ökologischen Belastungsgrenzen unseres Planeten nicht zu überschreiten.

Das 10-R-Modell ist eine durchdachte Erweiterung der ursprünglichen 3-R-Regel (Reduce, Reuse, Recycle). Diese ursprünglichen Prinzipien sind schön und gut, aber sie greifen in der heutigen, komplexen Welt einfach nicht tief genug. Also wurde der Dreisprung auf ein Hackenporsche von insgesamt zehn „R“s erweitert:

Refuse – Vermeiden Sie unnötigen Konsum.
Rethink – Überdenken Sie die Nutzung von Produkten und Materialien.
Reduce – Reduzieren Sie den Materialeinsatz.
Reuse – Wiederverwendung von Produkten ohne Umbau.
Repair – Reparatur statt Wegwerfen.
Refurbish – Aufarbeitung von Altgeräten.
Remanufacture – Neuproduktion aus Altteilen.
Repurpose – Umnutzung von Materialien für andere Zwecke.
Recycle – Recyceln, wenn andere Optionen ausgeschöpft sind.
Recover – Energierückgewinnung aus Reststoffen.

Wie Unternehmen im produzierenden Gewerbe und Bauwesen das 10-R-Modell nutzen können

Industrie und Kreislaufwirtschaft: Eine Symbiose für die Zukunft
Produzierende Unternehmen: Für produzierende Unternehmen sind diese Prinzipien ein Katalysator für Innovation. Der Shift zu „Rethink“ und „Remanufacture“ fordert Ingenieure und Produktdesigner:innen heraus, Produkte modular und reparierbar zu gestalten. Nehmen wir den Elektroniksektor: Unternehmen wie Fairphone haben gezeigt, dass nachhaltiges Design nicht nur umweltfreundlich, sondern auch ökonomisch sinnvoll ist.

Bau- und Rückbausektor Für Bauunternehmen bietet das Modell auch eine goldene Gelegenheit. In einem Sektor, der traditionell für enormen Ressourcenverbrauch bekannt ist, können Unternehmen durch „Repurpose“ und „Refurbish“ alte Baustoffe aufwerten und in neuen Projekten verwenden. Ein Beispiel? Der wachsende Trend für urbane Bergbau, wo Baumaterial aus abgerissenen Gebäuden wiederverwendet wird.

Die 10-Rs der Kreislaufwirtschaft um den Unternehmen-CO2-Ausstoß zu senken:
Nachdem ein Unternehmen seine CO2-Bilanz berechnet hat, kann das 10-R-Modell als Fahrplan zur Dekarbonisierung dienen. Hier ein kurzes Beispiel, wie das funktioniert:

Refuse und Rethink verkleinern den Bedarf an energieintensiven Materialien.
Reduce minimiert den Materialeinsatz und damit die Emissionen bei der Produktion.
Reuse, Repair und Refurbish verlängern die Lebensdauer von Produkten, sodass weniger neue Produkte hergestellt werden müssen, was wiederum CO2 einspart.
Remanufacture und Repurpose verhindern den Abfall und senken die Emissionen durch weniger Neuproduktionen.
Recycle und Recover stellen sicher, dass das Maximum aus den Restabfällen herausgeholt wird.

Durch diesen holistischen Ansatz können Unternehmen ihre CO2-Emissionen signifikant senken.

Die Kreislaufwirtschaft ist kein weiteres Schlagwort, sondern ein essentieller Aktionsplan für eine nachhaltige und profitable Zukunft. Das 10-R-Modell bietet Unternehmen nicht nur eine Anleitung zur Reduzierung ihrer ökologischen Fußabdrucks, sondern auch eine Möglichkeit, innovativer und wettbewerbsfähiger zu werden.

Also nutzen Sie die 10-Rs der Kreislaufwirtschaft, um Ihr Unternehmen in der ersten Liga der Nachhaltigkeit zu positionieren. Denn eines ist sicher: Die Zukunft gehört denen, die sich für die Kreislaufwirtschaft begeistern und sie aktiv umsetzen.

Lust mit uns die Zukunft zu gestalten?

Alison Vernaillen (alison.vernaillen@unoino.de) hilft Ihnen, relevante und zielführende Prinzipien und Maßnahmen der Kreislaufwirtschaft in Ihrem Unternehmen zu implementieren, um ressourcenschonend zu wirtschaften.