22. November 2021

UNO INO Glossar – die wichtigsten Begriffe zum Thema Nachhaltigkeit

Das Thema Nachhaltigkeit begegnet uns beinahe täglich und überall. Das ist richtig und wichtig, dann Nachhaltigkeit ist die Zukunft, die gestern begonnen hat und heute geformt wird.
 
Wir von UNO INO wissen, für Unternehmen und Organisationen meint Zukunft nachhaltiges Wirtschaften. Neues Wirtschaften.
 
Wir wissen auch: Der Weg der Nachhaltigkeitstransformation ist komplex.
 
Komplexitäten reduzieren und Veränderung leben kann nur, wer Nachhaltigkeit wirklich versteht und als Überzeugung verinnerlicht. Beides setzt Wissen voraus.
 
In Fortführung unseres Abkürzungsverzeichnisses haben wir daher wesentliche Begriffe zur Nachhaltigkeit als Glossar für Sie aufbereitet.
 
Gestalten Sie Zukunft!

Agenda 2030
Die Agenda 2030 bildet den globalen Rahmen für eine ökologisch, wirtschaftlich und sozial nachhaltige Entwicklung bis 2030. Sie wurde 2015 von den Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen 2015 mit dem Anliegen verabschiedet, ein würdevolles Leben für alle sowie die dauerhafte Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen, insbesondere auch für zukünftige Generationen, sicherzustellen. Kernstück der Agenda sind die 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs).

Biodiversität
Biodiversität (biologische Vielfalt) umfasst die Vielfalt der Ökosysteme, die Vielfalt der Arten (Artendiversität) und die genetische Vielfalt innerhalb der Arten. Diese Bereiche stehen in Wechselwirkung zueinander. Die Biodiversität geht aufgrund verschiedener Ursachen (z. B. Landnutzungswandel, Klimawandel, Auftreten invasiver Arten) zurück und ist dabei, ihre planetare Grenze zu erreichen.

Biosphäre 
Biosphäre meint die Gesamtheit der von Lebewesen besiedelten Teile der Erde. Im Zusammenhang mit der Kreislaufwirtschaft sind alle umweltfreundlichen Verbrauchsmaterialien (z. B. Naturfasern, nachwachsende Rohstoffe), die sich in der Biosphäre befinden von Bedeutung, da sie insbesondere in biologischen Kreisläufen Verwendung finden bzw. ihre biologischen Nährstoffe und Abbauprodukte dort zirkulieren.

Circular Economy
Circular Economy ist der englische Begriff für Kreislaufwirtschaft (siehe Kreislaufwirtschaft).

CO2-Äquivalent
Das CO2-Äquivalent (abgekürzt: CO2e) ist eine Maßeinheit, die das Treibhauspotenzial eines Gases in einem bestimmten Zeitraum (meist 100 Jahre) im Verhältnis zu CO2 angibt. Sie dient zur Vereinheitlichung der Beschreibung der Klimawirkung der unterschiedlichen Treibhausgase. CO2-Äquivalente werden auch als Globales Erwärmungspotenzial bezeichnet.

CO2-Emissionsketten
Eine CO2-Emissionskette beschreibt, in welchen Emissionsbereichen (Scopes) innerhalb einer Wertschöpfungskette CO2-Emissionen ausgestoßen werden. Neben direkten Emissionen werden indirekte Emissionen in vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsketten (Scope 2 und 3), z. B. aus der Lieferkette oder der Nachnutzung beim Kunden, einbezogen.

CO2-Fußabdruck
Der CO2-Fußabdruck berechnet in CO2-Äquivalenten die Gesamtmenge an CO2-Emissionen, die durch menschliche, industrielle oder unternehmerische Aktivitäten, Prozesse oder Handlungen verursacht werden. Er umfasst direkte Emissionen (Scope 1) und Emissionen aus bezogener Energie (Scope 2). Weitere indirekte Emissionen (Scope 3) können ebenfalls erfassten werden, müssen aber nach dem Greenhouse Gas Protocol nicht in die Unternehmensberichterstattung einbezogen werden.

CO2-Handel
CO2-Handel ist der Handel mit Rechten zum Ausstoß von CO2-Emissionen. Er wurde durch das Kyoto-Protokoll als marktbasiertes Anreiz-Instrument zur Reduktion von Treibhausgasen eingeführt. Nach dem “Cap und Trade Prinzip” wird durch einen Staat bzw. eine Staatengemeinschaft (z. B. die EU) jährlich eine Emissionsobergrenze festgelegt und die entsprechenden CO2-Zertifikate können dann am Markt gehandelt werden.

Corporate Carbon Footprint
Der Corporate Carbon Footprint (CCF) ist die CO2-Bilanz eines Unternehmens, die sämtliche Emissionen in CO2-Äquivalenzen darstellt. Nach dem Greenhouse Gas Protocol Standard werden alle direkten und indirekten Emissionen (Scope 1-3) erfasst, einschließlich der gesamten Wertschöpfungskette (zugekaufte Dienstleistungen oder Rohstoffe, Lieferkette, Logistik, Nutzungsphase und Entsorgung). Der CCF bildet die Grundlage für die Entwicklung einer unternehmerischen Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsstrategie und hat Bedeutung für Unternehmenskommunikation und Risikomanagement.

Cradle to Cradle
Cradle to Cradle (Englisch für: „von der Wiege zur Wiege”) ist eine Designphilosophie bzw. eine Wirtschaftskonzept, das 2002 von Michael Braungart und William McDonough entwickelt wurde. Nach dem Vorbild der Natur wird ein geschlossener Kreislauf bzw. eine ideale Kreislaufwirtschaft angestrebt, in der kein Abfall entsteht, sondern alle Materialien ohne Qualitätsverlust wiederverwendet werden. Cradle to Cradle ist auch ein zertifizierter Produktstandard.

Dekarbonisierung
Dekarbonisierung meint die Abkehr von Kohlenstoff hin zu einer kohlenstofffreien Wirtschaftsweise (z. B. Kreislaufwirtschaft). Als Bestandteil der Energiewende zielt diese vollständige Entkopplung von fossilen Brennstoffen auf die Vermeidung von Treibhausgasen. Der Einsatz kohlenstoffarmer- bzw. freier Energiequellen (erneuerbare Energien, Biomasse) und die Verwendung kohlenstofffreier Technologien sind wichtige Umsetzungsschritte.

Donut-Ökonomie
Die Donut-Ökonomie ist ein Wirtschaftsmodell, welches im Gegensatz zu konsumorientierten Wachstumstheorien weniger Wachstum, dafür mehr Balance zwischen Wirtschaft, Umwelt und sozialen Zielen anstrebt. Zur Verdeutlichung der begrenzten Ressourcenkapazitäten der Erde und den grundlegenden Bedürfnissen der Menschen (z. B. Nahrung, Gesundheit) werden der äußere bzw. innere Kreis eines Donuts herangezogen. Der Raum dazwischen symbolisiert den vorhandenen Wirtschaftsraum.

Drei-Säulen-Modell
Das Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit versteht die Nachhaltigkeitsdimensionen Ökologie, Soziales und Ökonomie als gleichberechtige Elemente, die sich gegenseitig bedingen. Nachhaltige Entwicklung erfordert demnach die Verbindung wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit mit ökologischer Verantwortung und sozialer Gerechtigkeit. Das Modell wurde maßgeblich durch den Diskurs auf der Konferenz der Vereinten Nationen 1992 in Rio de Janeiro geprägt.

Earth Day
Earth Day ist ein internationaler Aktionstag, der 1970 durch verschiedene Bewegungen initiierte und von den Vereinten Nationen manifestiert wurde. „Der Tag der Erde“ wird jährlich am 22. April unter einem bestimmten Motto begangen und will auf Umwelt- und Klimaprobleme aufmerksam machen und für einen nachhaltigen Lebensstil sensibilisieren.

European Green Deal
Der European Green Deal (Englisch für: Europäischer Grüner Deal) ist ein von der EU-Kommission im Dezember 2019 vorgelegter Klimaplan, der zur Erreichung des Pariser Klimaabkommen beitragen soll. Er strebt eine klimaneutrale, nachhaltige und wettbewerbsfähige Wirtschaft bis 2050 in der EU an. Zur Umsetzung werden umfassende Aktionspläne, Strategien und Gesetzesvorhaben u. a. in den Bereichen Umweltschutz, Biodiversität, Landwirtschaft, Mobilität, Kreislaufwirtschaft sowie Finanzen auf den Weg gebracht.

EU-Klimaschutzgesetz
Das EU-Klimaschutzgesetz wurde im Juni 2021 beschlossen und setzt die Vorgabe des European Green Deal (Klimaneutralität bis 2050) als rechtsverbindliches Ziel fest. Verpflichtend festgelegt wird zudem die Senkung der EU-Netto-Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent. Deutschland hat im Juni 2021 ein Klimaschutzgesetz verabschiedet, welches Klimaneutralität bereits bis 2045 vorsieht.

EU-Sorgfaltspflichtengesetz
Die EU-Kommission arbeitet derzeit an einen Entwurf für ein EU-Sorgfaltspflichtengesetz (EU-Lieferkettengesetz). Damit soll ein europaweit verbindlicher Rahmen für Unternehmen geschaffen werden, um die Einhaltung von Menschen- und Kinderrechten, Arbeitsnormen und Umweltvorschriften entlang globaler Lieferketten zu verbessern. Deutschland hat im Juni 2021 ein nationales Gesetz Lieferkettengesetz verabschiedet.

EU-Taxonomie
Die EU-Taxonomie legt Kriterien für ökologisch nachhaltiges Wirtschaften fest. Sie wurde im Rahmen des EU-Aktionsplans Sustainable Finance als Baustein des European Green Deal bestimmt und in der Taxonomie-Verordnung kodifiziert. Durch dieses Klassifikationssystem soll Transparenz geschaffen werden und Investitionen in nachhaltige Aktivitäten gelenkt werden.

Gemeinwohl-Ökonomie
Die Gemeinwohl-Ökonomie ist ein 2010 formuliertes ethisches Wirtschaftskonzept, welches das Wohl von Mensch und Umwelt anstelle von Gewinnmaximierung zum obersten Ziel von Wirtschaften erklärt. Sie ist auf grundlegenden Werten wie Nachhaltigkeit, Menschenwürde, Solidarität, ökologischer Verantwortung und demokratischer Mitbestimmung aufgebaut.

Green Bond Standard
Der Green Bond Standard ist ein wesentlicher Bestandteil des Sustainable Finance Aktionsplans der EU und stellt ein Gütesiegel für Anleihen zur Finanzierung von nachhaltigen Umwelt- und Klimaschutzprojekten im Sinne der EU-Taxonomie dar. Der freiwillige Standard sieht bestimmte Anforderungen für Emittenten vor (z. B. Publizitätspflichten, Verwendungsbeschränkung der Emissionserlöse, Prüfpflichten). Er befindet sich noch in der Entwurfsfassung.

Green Growth
Green Growth (Englisch für: Grünes Wachstum) ist ein alternatives Wirtschaftswachstumsmodell. Der zum Schutz von Klima und Umwelt erforderliche Umbau der Wirtschaft hin zu Nachhaltigkeit und mehr Energie- und Ressourceneffizienz resultiere nicht in Wohlstandsverlust. Vielmehr führe er z. B. durch Erschließung neuer grüner Märkte und durch umwelt- und klimaverträgliche Innovationen zu Wettbewerbsvorteilen und neuen Geschäftsfeldern.

Greenhouse Gas Protocol
Das Greenhouse Gas Protocol ist ein internationaler Methodenstandard zur Bilanzierung von Treibhausgasemissionen, der durch Zusammenarbeit privater Organisationen und Unternehmen entwickelt worden ist. Er enthält verschiedene Einzelstandards je nach Organisationsform der Emittenten (z. B. Organisationen, Städte und Gemeinden, Regierungen, Politik, Unternehmen) oder Betrachtungsobjekt (z. B.  Einschätzung der Emissionen entlang der Wertschöpfungskette, Produktstandard). 

Green New Deal
Der Green New Deal ist ein politischer Forderungskatalog für eine umfassende Transformation des derzeitigen Wirtschafts- und Sozialsystems der USA, der 2018 durch Graswurzelbewegungen (Sunrise Movement) und mit Unterstützung verschiedener Kongressabgeordnete formuliert wurde. Er enthält Forderungen u. a. für die Bereiche Klimaschutz, Bildung, Gesundheit, Minderheitenrechte und Generationengerechtigkeit. Der Name wurde in Anlehnung an die Errungenschaften des New Deal von Franklin D. Roosevelt gewählt.

Greenwashing
Greenwashing bezeichnet eine gezielte Marketing- oder PR-Strategie insbesondere von Unternehmen zur Steigerung von Profiten und zur Imagepflege, die bewusst bestimmte Produkte oder das Unternehmen selbst nachhaltiger und umweltfreundlicher darstellen als es tatsächlich der Fall ist.

Industrielle Symbiose
Die Industrielle Symbiose ist ein prozessorientiertes Konzept, bei dem ein Unternehmen oder eine Branche Abfälle oder Nebenprodukte (einschließlich Energie, Wasser, Logistik und Material) eines anderen Unternehmens nutzt. Dies trägt zur Steigerung der Ressourceneffizienz bei und führt im Idealfall zu geschlossenen Kreisläufen im Sinne einer Kreislaufwirtschaft.

Kippelemente
Kippelemente („tipping elements“) sind überregionale Bestandteile innerhalb des Klimasystems, die in Wechselwirkung zueinander stehen. Erreichen Kippelemente bestimmte kritische Werte (Klimakipppunkte), kann es zu unumkehrbaren Klimaveränderungen kommen. Kippelemente werden in 3 Kategorien unterteilt (Eiskörper, Strömungssysteme, Ökosysteme).

Klimakipppunkte
Klimakipppunkte sind durch die globale Erderwärmung ausgelöste Veränderungen von Kippelementen im Klimasystem. Wichtige Kipppunkte sind das Schmelzen der Arktis, Auftauen von Permafrostböden oder das Absterben von Warmwasser-Korallen. Werden Klimakipppunkte erreicht, kann eine Kettenreaktion entstehen, welche die Erderwärmung unumkehrbar vorantreibt und das Leben auf der Erde existenziell bedroht. Eine Begrenzung der Erwärmung auf 1 bis 2 °C kann das Eintreten der Klimakipppunkte verlangsamen.

Klimaneutralität
Klimaneutralität liegt vor, wenn eine Prozess oder eine Tätigkeit die Treibhausgas-Konzentration in der Atmosphäre und damit das Klima nicht beeinflusst (Netto-Null-Emissionen). Es liegt ein Gleichgewicht zwischen Emissionen und dessen Aufnahme aus der Atmosphäre in Senken vor. Um Klimaneutralität zu erreichen, müssen Emissionen vermieden, reduziert, kompensiert oder durch Kohlenstoffbindungen ausgeglichen werden.

Klimawandel
Klimawandel meint die langfristige Abkühlung oder Erwärmung des Klimas. Er wird z. B. durch veränderte Niederschlagsmengen oder Extremwetterereignissen deutlich. Die aktuell globale Erderwärmung ist durch die Verstärkung des natürlichen Treibhauseffekts bedingt, der auf extreme Treibhausgasemissionen des Menschens zurückzuführen ist.

Klimatransformation
Klimatransformation meint die ganzheitliche Wandelung hin zu klimafreundlichem bzw. klimaneutralem Handeln. Der Begriff wird meist im Zusammenhang mit unternehmerischen Tätigkeiten oder Wirtschaften als Ganzes verwendet und zielt dabei auf einen umfassenden Umbau wirtschaftlichen Handelns, z. B. durch Dekarbonisierung oder CO2-reduzierende Maßnahmen.

Konsistenz
Konsistenz ist eine Nachhaltigkeitsstrategie, die auf den Einsatz alternativer Technologien und Stoffe abzielt und Beeinträchtigungen bzw. die Zerstörung von Ökosystemen verhindern will. Dies erfolgt meist durch Kreislaufsysteme, bei denen alle eingesetzten Materialien wiederverwertet werden.

Kreislaufwirtschaft
Kreislaufwirtschaft ist ein nachhaltiges und regeneratives Wirtschaftssystem nach dem Vorbild natürlicher Kreisläufe. Der ganzheitliche, ressourceneffiziente Ansatz zielt auf die Optimierung der Lebens- und Nutzungsdauer von Materialien und Vermeidung von Abfällen. Dies wird durch kontinuierliche Energie- und Materialkreisläufe realisiert, in denen alle Ressourcen weiter- und wiederverwertet werden. Kreislaufwirtschaft stellt das Gegenteil zur Linearwirtschaft dar.

Kyoto-Protokoll
Das Kyoto-Protokoll wurde 1997 als Zusatzprotokoll zur Klimarahmenkonvention (UNFCCC) der Vereinten Nationen beschlossen und gilt als Meilenstein im internationalen Klimaschutz.
Es legt erstmals rechtsverbindliche Begrenzungs- und Reduzierungsverpflichtungen zur Reduktion klimaschädlicher Treibhausgasenemissionen für Industrieländer fest. Zur Erfüllung dieser Ziele sind drei wesentliche Mechanismen vorgesehen (Emissionshandel, Mechanismus der Joint Implementation, Clean Development Mechanism).

Lieferkettengesetz
Das Lieferkettengesetz (Sorgfaltspflichtengesetz) wurde im Juni 2021 mit dem Ziel, den Schutz von Menschenrechten und der Umwelt in globalen Lieferketten zu verbessern, verabschiedet. Unternehmen sind je nach Größe ab 2023 bzw. 2024 verpflichtet, bestimmte Sorgfaltspflichten zu beachten, z. B. ein Risikomanagement und Präventionsmaßnahmen vorzunehmen. Auf europäischer Ebene wird ein Entwurf für ein EU-Sorgfaltspflichtengesetz (EU-Lieferkettengesetz) erarbeitet.

Linearwirtschaft
Linearwirtschaft ist das aktuelle vorherrschende, nicht nachhaltige, Wirtschaftssystem, das sich u. a. durch den linearen Lebenszyklus von Produkten auszeichnet. Ressourcen und Rohstoffe werden gefördert, verarbeitet, für einen bestimmten Verwendungszweck genutzt und in der Regel anschließend weggeworfen („Wegwerfwirtschaft“), eventuell recycelt. Linearwirtschaft stellt das Gegenteil zur Kreislaufwirtschaft dar.

Materialzirkularität
Die Materialzirkularität beschreibt, wie kompatibel ein Unternehmen, ein bestimmtes Modell oder ein Produkt mit den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft ist. Relevant sind dafür insbesondere Ausmaß und Effektivität des Materialflusses innerhalb eines Kreislaufsystems. Die Materialzirkularität kann durch den Materialzirkularitätsindikator beschrieben werden, welcher z. B. den Anteil wiederverwerteter Komponenten und die Recycling-Effizienz einbezieht.

Nachhaltigkeitsberichterstattung
Ein Nachhaltigkeitsbericht ist eine umfassende Darstellung von Auswirkungen in Bezug auf die Nachhaltigkeitsdimensionen, welche durch Tätigkeiten von Unternehmen und Organisationen verursacht werden. Nachhaltigkeitsberichte werden in der Regel öffentlich gemacht und dienen u. a. dem Nachhaltigkeitsmanagement und zu Transparenz- und Kommunikationszwecken. 
Mit Änderung der europäischen CSR-Richtlinie zur Integration von nichtfinanziellen Informationen in die Berichterstattung wird eine Vielzahl von Unternehmen und Organisationen ab dem Berichtsjahr 2023 direkt bzw. indirekt verpflichtet, Nachhaltigkeitsberichte zu erstellen.

Nachhaltigkeitsdreieck
Das Nachhaltigkeitsdreieck ist eine Darstellung der Nachhaltigkeitsdimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales in Form eines Dreiecks. Das gleichschenklige Dreieck verdeutlicht die Beziehung der Dimensionen zueinander sowie deren Gleichwertigkeit und Verbundenheit.

Nachhaltigkeitsdimensionen
Unter Nachhaltigkeitsdimensionen werden die drei wesentlichen, gleichberechtigen und sich gegenseitig bedingenden Elemente der Nachhaltigkeit (Ökologie, Soziales und Ökonomie) verstanden.

Nachhaltigkeitsstrategie der EU
Die Nachhaltigkeitsstrategie der EU wurde 2001 in der EU Sustainable Development Strategy (EU-SDS) festgeschrieben und zielt auf die Umsetzung der Agenda 2030. Wichtige Ansätze der EU-SDS wurden in den European Green Deal integriert und dort fortgeschrieben.

Obsoleszenz
Obsoleszenz im wirtschaftlichen Sinne meint das Abnutzen, Altern oder aus der Mode kommen von Gebrauchsgegenständen durch Ablauf der Lebens- oder Nutzungsdauer. Gründe dafür sind z. B. material- und nutzungsbedingten Qualitätsverlust, aber auch individuelle Beweggründe wie Wegfall des Nutzungsinteresses. In der Linearwirtschaft wird durch Hersteller teilweise bewusst die Produktlebensdauer eingeschränkt (bewusste Obsoleszenz), um Kunden zu Neuanschaffungen zu bewegen.

Offenlegungs-Verordnung
Die Offenlegungs-Verorderung der EU (Transparenz-Verordnung) wurde im November 2019 als Bestandteil des Sustainable Finance Aktionsplan der EU verabschiedet. Sie enthält nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten, insbesondere im Hinblick auf den Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken, im Finanzdienstleistungssektor.

Ökodesign
Ökodesign ist ein umfassender Gestaltungsansatz, der darauf abzielt, Produkte so zu entwerfen, dass sie während der gesamten Lebensdauer ihre Umweltleistung verbessern. Bereits in der Designphase sind daher Faktoren wie Energieverbrauch, Wartung, Reparatur, Wiederverwertung und Abfallbehandlung einzubeziehen. Die EU hat eine Ökodesign-Richtlinie zur Festlegung produktgruppenspezifischer Mindestanforderungen verabschiedet. 

Ökoeffektivität
Der Begriff der Ökoeffektivität wurde im Zusammenhang mit dem Cradle to Cradle Ansatz geprägt. Innerhalb wirtschaftlicher Prozesse soll kein Abfall entstehen, sondern alle Ressourcen und Materialien wie bei der Kreislaufwirtschaft wiederverwertet und so positive Mehrwerte für Umwelt und Natur geschaffen werden. Die Ökoeffektivität geht über den Ansatz der Ökoeffizienz hinaus, welche (lediglich) die Reduzierung negativer Umwelteinflüsse anstrebt. Im weiteren Sinne wird Ökoeffektivität auch als Konsistenz (Nachhaltigkeitsstrategie) verstanden.

Ökoeffizienz
Ökoeffizienz ist eine Nachhaltigkeitsstrategie, die versucht, ökologische und ökonomische Aspekte in Ausgleich zu bringen. So sollen Umweltbelastungen durch effiziente Energie- und Ressourcennutzung vermindert und gleichzeitig (Produktions-) Kosten verringert werden.  Ökoeffizienz zielt nicht zwingend auf Regeneration von Ökosystemen ab. Sie sollte daher durch weitere Nachhaltigkeitsstrategien (Konsistenz, Suffizienz) vervollständigt werden.

Pariser Klimaabkommen
Das Pariser Klimaabkommen wurde 2015 durch die Vereinten Nationen auf der Klimakonferenz in Paris zur Bekämpfung des Klimawandels verabschiedet. Als globales Klimaziel wird die Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter 2 °C, möglichst aber unter 1,5 Grad Celsius, angestrebt.

Planetare Grenzen
Planetare Grenzen sind neun von Wissenschaftler*innen bestimmte ökologische Belastbarkeitsgrenzen der Erde, deren Erreichen bzw. Überschreitung zur unumkehrbaren Instabilität von Ökosystemen führt und so die Existenzgrundlage für Leben auf der Erde bedroht. Wichtige planetare Grenzen sind der Klimawandel, der Rückgang von Biodiversität und die Versauerung der Meere. Es wird davon ausgegangen, dass einige planetare Grenzen bereits erreicht sind bzw. sehr bald erreicht sein werden.

Product Carbon Footprint
Der Product Carbon Footprint (PCF) ist eine Methode zur Berechnung des Treibhauspotenzials eines Produkts oder einer Dienstleistung, angegeben in CO2 Äquivalenten. Die Ermittlung der Klimawirkung erstreckt sich auf den gesamten Produkt- bzw. Dienstleistungslebenszyklus. Zur Bestimmung des PCF werden verschiedene ISO-Standards sowie der Product Standard des Greenhouse Gas Protocol herangezogen.

Rat für Nachhaltige Entwicklung
Der Rat für Nachhaltige Entwicklung ist ein seit 2001 von der Bundesregierung berufener fachlich unabhängiger Rat, der die Regierung zur Nachhaltigkeitspolitik berät. Er setzt sich aus Personen des öffentlichen Lebens aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen. Der Rat hat u. a. den Deutschen Nachhaltigkeitskodex veröffentlicht.

Rebound-Effekt
Der Rebound-Effekt (auch Rückschlageffekt) tritt ein, wenn sich positive Effekte von Effizienzsteigerungen (im Kontext der Nachhaltigkeit: Energie- und Ressourceneffizienz) nicht vollständig realisieren, weil es durch verändertes Nutzungsverhalten an anderer Stelle zu einem direkten oder indirekten Mehrverbrauch kommt. Rebound-Effekte können sich auf verschiedene Ebenen beziehen (z. B. Unternehmen, Haushalte, gesamtwirtschaftlich, international).

Rezyklat
Rezyklate sind Sekundärrohstoffe oder Gegenstände, die durch Recycling von Kunststoffabfällen gewonnen werden. Dies erfolgt z. B. durch Mahlen (Mahlgut) oder Einschmelzen (Regranulat) der Abfälle bzw. Beigabe von Zusätzen (Regenerat). Rezyklate verlängern die Lebensdauer vorhandener Ressourcen und spielen z. B. in der Kreislaufwirtschaft eine wichtige Rolle.

Suffizienz
Suffizienz bedeutet „ausreichen“ oder „genügen“ und stellt die Frage nach dem richtigen Maß. Im Kontext der Nachhaltigkeit richtet sie sich auf einen geringeren Ressourcenverbrauch, um die Lebensgrundlagen für kommende Generationen zu erhalten und ist auf Anpassung menschlicher Bedürfnisse bzw. des Konsumverhaltens gerichtet. Suffizienz ist neben Effizienz und Konsistenz ein wichtiger Bestandteil einer jeden Nachhaltigkeitsstratgie. 

Sustainable Finance
Sustainable Finance meint den im Juli 2021 überarbeiteten Aktionsplan der Europäischen Kommission für nachhaltige Finanzen zur Erreichung der Ziele des European Green Deal. Investitionen in nachhaltiges Wirtschaften sollen gefördert werden. Wesentliche Bausteine dafür sind die Einführung eines einheitlichen EU-Klassifikationssystem (EU-Taxonomie) und eines Eco-Labels für Finanzprodukte (Green Bond Standard) sowie die Festlegung bestimmter Transparenzpflichten in Bezug auf Nachhaltigkeit (Offenlegungs-Verordnung).

Taxonomie-Verordnung
Die Taxonomie-Verordnung der EU legt Kriterien fest, nach denen Wirtschaftstätigkeiten als „ökologisch nachhaltig“ einzustufen sind. Dies ist insbesondere der Fall, wenn sie einen wesentlichen Beitrag zur Verwirklichung eines Umweltzieles (z. B. Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft) leisten. Die Taxonomie-Verordnung richtet sich an Anbieter von Finanzprodukten, verpflichtet aber (indirekt) auch Unternehmen, die aufgrund der Corporate Sustainabilitiy Reporting Directive zur nichtfinanziellen Nachhaltigkeitsberichterstattung verpflichtet sind. Die Taxonomie-Verordnung gilt ab 2022.

Technosphäre
Technosphäre meint die Gesamtheit der durch den Menschen geschaffenen technischen Umgebung. Im Zusammenhang mit der Kreislaufwirtschaft sind schadstofffreie, nicht organische Materialien und Gebrauchsgüter aus der Technosphäre (z. B. Metalle) von Bedeutung, da sie insbesondere in technischen Kreisläufen Verwendung finden bzw. dort zirkulieren.

Transparenz-Verordnung
Transparenz-Verordnung meint die Offenlegungs-Verordnung der EU.

Treibhausgasemissionen
Treibhausgase sind gasförmige Bestandteile der Atmosphäre, die Einfluss auf die Energiebilanz der Erde haben und den Treibhauseffekt bewirken. Treibhausgasemissionen von Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Lachgas (N2O) und verschiedenen fluorierten Treibhausgasen (F-Gase), die auf Aktivitäten des Menschen zurückzuführen sind, bedingen den Klimawandel.

Triple Bottom Line
Der Triple Bottom Line Ansatz ist eine 1994 von John Elkington für Unternehmen vorgenommene Spezifizierung des Drei-Säulen-Modells der nachhaltigen Entwicklung. Er dient als Leitbild unternehmerischer Verantwortung. Die „Bottom Line“, also das Ergebnis unter dem Schlussstrich der Gewinn-und-Verlust-Rechnung, beschreibt die Leistung eines Unternehmens sowohl in finanzieller als auch sozialer und ökologischer Hinsicht.

Triple Top Line
Der Triple-Top-Line Ansatz befasst sich mit den Auswirkungen von Produktdesign auf die Nachhaltigkeitsdimensionen. Er basiert auf dem Cradle to Cradle Konzept. Im Gegensatz zum Triple Bottom Line Ansatz geht es nicht nur um den Ausgleich der Dimensionen und die Reduzierung von Nachteilen, sondern vielmehr um die Schaffung positiver Effekte. Es sollen Produkte hergestellt werden, die gesellschaftliche und ökologische Vorteile bringen und zugleich ökonomischen Wert haben.

Wertschöpfungsketten
Eine Wertschöpfungskette meint die Abfolge der Kerntätigkeiten eines Unternehmens und beschreibt das Maß der wirtschaftlichen Leistung, die dadurch erbracht wird. Wertschöpfung wird meist als rein finanzieller Mehrwert verstanden, kann aber z. B. bei nachhaltigen Wirtschaftssystemen (z. B. Kreislaufwirtschaft) auch in ökologischen oder gesellschaftlichen Vorteilen liegen.