4. August 2021

UNO INO-NEWS zur „SustainNable Conference“

Die erste Nürnberger SustaiNable Conference im Rahmen des Nürnberg Digital Festivals zum Thema Nachhaltigkeit war ein Feuerwerk an Impulsen! Und uns kribbelt es in den Fingern!

„Vom Hirn ins Herz und in die Hände“ so lautete der Spirit der Veranstaltung. Unglaubliche 3.000 Stunden Content zu Wirtschaft, Digitalem & Technologie, Konsum, Umwelt & Klima, Sozialem & Kultur und rund 250 Besucher haben das offene Mitmachfestival für alle – Laien und Experten – virtuell und analog mit Leben gefüllt.
Ideengebende Vorträge, bereichernde Diskussionen und kulturelle Highlights haben den 16. und 17.07.2021 zu einem Wochenende der Nachhaltigkeit gemacht. Im Raum stand die zukunftsweisende Frage, welchen Beitrag Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu mehr Nachhaltigkeit leisten können.

Wir sind stolz und dankbar, dass wir als Mitorganisator, Sponsor und Speaker mitgestalten durften und der Anspruch an die Conference zu „Informieren, diskutieren, aktivieren” weit übertroffen wurde. Was eigentlich längst bekannt ist, ist spürbar geworden: Nachhaltigkeit lebt davon, weit geteilt zu werden, lebt von Gemeinschaft, lebt von globalem Denken und lokalem Handeln.
Spürbar war aber auch, dass Nachhaltigkeit nur dann leben kann, wenn endlich alle, wir alle, gemeinsam ins Tun kommen. Das Gefühl kribbelnder Finger und Hände, die eine enkeltaugliche Zukunft gestalten wollen, eint die Teilnehmenden der Conference.

Die Conference hat bestätigt: Viele Hände sind und werden in Zukunft nötig sein. Denn die aktuelle Forschung meint, das internationale Klimaziel, die globale Erwärmung auf 1,5°C zu begrenzen, wahrscheinlich nicht erreicht wird.
Mehr noch, unter anderem das Permafrost entpuppt sich als tickende Zeitbombe. Berechnungen gehen davon aus, dass in weniger als 7 Jahren mit dem Auftauen des Permafrostbodens unter Freisetzung von Methan und CO2 zu rechnen ist. Wird dieser Kipppunkt im Klimasystem tatsächlich erreicht, droht eine Kaskade und das Klima wird unkontrollierbar und irreversibel in ein Warmklima überführt.

Trotz dieser ernüchternden Aussichten hat die Nürnberger SustaiNable Conference Hoffnung entfacht und richtungsweisende Ideen aufzeigt.

Klar ist geworden, dass jede*r Verantwortung übernehmen und vom Wissen ins Handeln kommen muss. Eigenes Handeln, also Alltagsentscheidungen aber auch grundsätzliche Lebensausrichtungen, sollten immer wieder hinterfragt werden, vor allem auch im Hinblick auf deren Auswirkungen auf die Menschen in den Ländern des globalen Südens.

Die Conference hat auch die Bedeutung starker Partnerschaften, ganz im Sinne des 17. Nachhaltigkeitsziels, aufgezeigt. In Anbetracht der knappen Zeit sind Netzwerke und Plattformen auf allen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Ebenen zum Austausch, als Mittel zur Information und Bildung und zur Stärkung von Resilienz unerlässlich. Auf lokaler Ebene spielen dabei solidarische Gemeinschaften eine wichtige Rolle. Aber auch digitale Innovationen, wie zum Beispiel spezifische Applikationen, haben erhebliche Bedeutung, denn sie schaffen Bewusstsein, neue Narrative oder auch Nachvollziehbarkeit und fördern so Engagement, Beteiligung und sogar Inklusion. Auch Bildungseinrichtungen, Universitäten und Institute spielen eine wichtige Rolle, wenn es um die Weitergabe von Wissen geht und um Forschung. Nur wenn diese Erkenntnisse auch in der Praxis ankommen, ist der Welt geholfen.

Die Bedeutung von Digitalisierung, oft auch als Megatrend beschrieben, wurde auch anhand von Virtual- und Augemented Reality Beispielen deutlich. Als Mittel der Nachhaltigkeitskommunikation schaffen diese mehr Transparenz bei Lieferketten oder machen Wertschöpfungketten sichtbar. Andere digitale Tools ermöglichen beispielsweise sog. smart homes, die nicht nur den Alltag erleichtern, sondern auch zu mehr Energieeffizienz beitragen.
Integrative Lösungen, die unterschiedliche Themenfelder verknüpfen, bedarf es, so hat die Conference gezeigt, vor allem auch im Bereich Wirtschaften. Voraussetzung dafür sind neues Denken und Handeln.
Um diese Zukunftskompetenzen zu schaffen, ist eine sozial-ökonomische Transformation notwendig, die beim Bewusstsein ansetzt und Gemeinwohlgedanken einbindet.
Und zwar in allen Bereichen, die wirtschaftlichen Bezüge aufweisen: Es bedarf einer Neuausrichtung der wissenschaftlichen Lehre zu wirtschaftlichen Themen. Auf Bildungs- und Ausbildungsebene gilt dies ebenso. Außerschulische Lernorte können helfen, nachhaltigkeitsbezogenes Wissen besser zu vermitteln, so dass nachkommende Generationen die Fähigkeit erlangen, auf Basis eines fundierten Nachhaltigkeitsverständnisses in Gemeinschaften zu wirken.
Dies meint konkret: Nachhaltigkeit einbringen in Kommunikation, Unternehmenskultur und Leadership auf Unternehmensebene. Es braucht ernsthafte und glaubwürdige Vorbilder, die Begeisterung schaffen und inspirieren. Es braucht neue Definitionen von Wohlstand und Erfolg.

Und gemeint ist auch: Kleine Betriebe und Handwerker zu Profiteuren der Energiewende machen. Nachhaltige Nutzung von Ressourcen, regionale Lieferketten und die Beachtung von Tierwohl liegt in der DNA von Handwerk. Kulturgut und Techniken müssen neu erweckt und bewahrt werden, um lebenswerte wirtschaftlich nachhaltige und attraktive Regionen zu schaffen.
Und: Wirtschaften muss auf neue Bedürfnisse ausgerichtet werden, so dass sich Konsumdenken- und Verhalten wegbewegt von ewigem Wachstum und Wegwerf-Mentalität, Nachhaltigkeit nicht mehr als Verzicht begriffen wird, sondern Qualität statt Quantität zählt und Gemeinwohl in den Mittelpunkt gerückt wird.

Auch der soziale Aspekt der Nachhaltigkeit hatte einen großen Raum in der Conference. Ehrenamtliches Engagement als einer der Schlüssel zur Umsetzung von Projekten, Inklusion eine der Antworten, was in jeder nachhaltigen Organisation mitbetrachtet werden muss. Selbstreflektion und Ehrlichkeit sind Voraussetzung zu sozialem Miteinander auf allen Ebenen.

Überdies wurde auch die Rolle der Kulturschaffenden betrachtet: Kultur kann und möchte Antworten liefern, zum Umdenken anregen, neue Interessengruppen erschließen, Teil der Lösung sein. Und kann als Vorbild dienen, wenn sich zum Beispiel ein Orchester aus einer Eigeninitiative heraus selbst klimaneutral stellt und eine Reihe von Nachhaltigkeitskonzerten mit Partnern aus dem Umweltschutz entwickelt.

Die Nürnberger SustaiNable Conference: Ein Feuerwerk an Ideen, Inspirationen, Impulsen. Eine starke Gemeinschaft und viele Hände für eine gute Zukunft.

Wir danken allen Sessiongebern, dem Organisationsteam und dem Nürnberg Digital Festival
für die grossartige Unterstützung und sagen: Bis zum nächsten Jahr!